Meine Zusammenarbeit mit LOCATELLI MACHINE

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Zusammenarbeit mit LOCATELLI MACCHINE.

Mein erster Besuch bei Locatelli Macchine in Alme` war schon 1976. Damals habe ich eine Bigariete, einen großen Kanteldrehautomaten gekauft, mit dem ich viele Jahre als Hersteller von Holzdrehteilen gearbeitet habe. Als ich die Maschine 1985 verkauft habe, ergab sich zufällig, daß der Locatelli Macchine Vertreter für Deutschland die Vertretung aufgab. Meine Drechslerei lief nicht gut und da ich mich schon als Gebrauchtmaschinen Händler versucht hatte, war ich sehr an einer Zusammenarbeit mit LOCATELLI MACCHINE interessiert. Ich hatte gute Erfahrungen mit der Locatelli Maschine gemacht, die Ersatzteillieferung hatte immer gut funktioniert. Auf der Interbimall 1986 in Mailand habe ich dann mit der Firmenleitung von Locatelli Macchine eine Vereinbarung getroffen, ab sofort neue Locatelli Maschinen in Deutschland verkaufen zu dürfen.

Es war im Anfang nicht einfach, überhaupt ausländische Maschinen in Deutschland zu verkaufen. Aber Locatelli Macchine hatte bereits einige große Kunden, die ich gut als Referenz angeben konnte. Der Wettbewerber Walter Hempel war bis dahin in fast allen Drechslereien und Herstellern von Holzdrehteilen vertreten. Jeder kannte Hempel Maschinen, fast wie Volksempfänger oder VW PKW´s. aber nur wenige kannten Locatelli Maschinen. Ich kannte die Firma Hempel sehr gut, denn ich hatte 1961 für drei Monate als „Praktikant“ in der Firma Hempel gearbeitet. Ich hatte dort zum Beispiel geholfen VKR Kanteldrehautomaten zu bauen.

Durch meine Erfahrung mit Locatelli Maschinen und den Kontakt zur Firma Locatelli war mir klar, daß die Firma Hempel auf einem technischen Stand der Mitte fünfziger Jahre stehen geblieben war, während die Firma Locatelli die verschiedenen Maschinen Typen erolgreich weiter entwickelt hatte. Locatelli hatte als erste Firma elektronisch gesteuerte Holzdrehautomaten, die erhebliche Vorteile gegenüber den noch von der Konkurrenz gebauten, von Kurvenscheiben gesteuerten Maschinen hatten.

Dadurch daß Hempel fast konkurrenzlos in Deutschland war, hatte sich bei Hempel eine gewisse Arroganz und Überheblichkeit angesammelt. Deswegen wurde ich auch am Anfang meiner Tätigkeit für Locatelli Macchine von Hempel Mitarbeitern auf den Messen belächelt, aber ich glaube ich kann behaupten, daß ihnen das Lächeln im Laufe der folgenden Jahre ziemlich gründlich vergangen ist.

Von 1986 bis zum Jahr 2000 habe ich ca. 150 Stück neue Locatelli Maschinen in Deutschland verkauft.Dazu ca.100 gebrauchte Hempel Holzdrehautomaten, die ich größtenteils in Zahlung genommen habe.

Meine erste verkaufte Locatelli Maschine war 1986 eine OMK 300 mit Transfer UF 150/220.

Die Maschine kostete 193.000,- DM. Das war nach meiner Kenntnis der höchste Preis, der bis dahin in Deutschland für einen Holzdrehautomaten gezahlt wurde. Die Maschine wurde gekauft von der Firma Diana Leuchten in Arnsberg. Zur Abnahme der Maschine bin ich zusammen mit Herrn Knieling für einige Tage nach Alme gefahren um die Bedienung der Maschine zu erlernen. Die Einführung wurde durch Herrn Gasparini durchgeführt.

Sehr hilfreich für den Verkauf der Locatelli Maschinen, erwies sich die Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1989. Ich hatte schon sehr früh Kontakt zu der größten VEB Holzdrehteile in der DDR aufgenommen.

Das war der „Volkseigene Betrieb Pobershau“. Bereits 1989 habe ich die Firma besucht und einen guten Kontakt zu der Geschäftsleitung aufgebaut. Ich war sehr beeindruckt von der Größe dieses Betriebes. Außer verschiedenen anderen Holzbearbeitungsmaschinen arbeiteten in dem Betrieb 70 Holzdrehautomaten aus „Volkseigener Herstellung“. 220 Beschäftigte in einer Holzdrehteile herstellenden Firma, wie in der VEB Pobershau war für mich vollkommen neu.

Die vorhandenen Maschinen waren alle kurvengesteuert und etliche der Maschinen waren in schlechtem Zustand. Mit Prospekten und Videos konnte ich die Geschäftsleitung überzeugen, daß der Betrieb nur mit modernen, elektronisch gesteuerten Maschinen eine Chance zum Überleben hätte.

Ich organisierte dann schon 1990 eine Ausstellung in der DDR, in Eppendorf und eine Woche später in Kleinneuschönberg. Wir hatten vier Locatelli mitgebracht und es wurde ein schöner Erfolg. Drei von den vier Maschinen konnte ich verkaufen, nur eine Maschine ging zurück ins Werk Locatelli.

In jeweils drei Tagen, zählten wir je zweihundert Besucher in beiden Ausstellungen.

Als dann der VEB Betrieb Pobershau von der Treuhand übernommen wurde, konnten wir eine Multinatik CC- Copia und kurze Zeit später eine Multimatik CE nach Pobershau verkaufen.

1990 wußte unsere Konkurrenz noch gar nicht wo Pobershau oder Deutschneudorf liegt.

Der Verkauf in Westdeutschland lief auch sehr gut, da die Produktion zu jener Zeit, noch nicht wie in späteren Jahren in Osteuropäische Staaten, oder sogar nach Thailand, Malaysia, Vietnam oder nach China verlagert wurde.

Allerdings konnte ich 1988 / 1991 auch 15 Stück Maschinen an eine Deutsche Firma verkaufen, die in Malaysia einen Betrieb für Gardinen Garnituren aus Holz aufbaute. Zur Einweisung der Maschinenbediener war ich insgesamt sieben Wochen in Maran/Malaysia.

Eine meiner Erfahrungen dort war, daß weibliche Mitarbeiterinnen und Bedienerinnen der Maschinen viel intelligenter waren, als Männer. Die Frauen kapierten sehr schnell, während die meistens Jung´s nur mit großen Augen zusahen. Das Problem in dem Betrieb war nur, in einem islamischen Land wäre es unmöglich, ja sogar gefährlich gewesen, diese Erkenntnis laut auszusprechen. Das hat mir der malayische Geschäftsführer unmißverständlich zu verstehen gegeben.

Im Jahr 1989 stellte die Firma Locatelli Macchine auf einer großen Messe für Holzbearbeitungsmaschinen in Singapore drei Maschinen aus. Das geschah im Zusammenhang mit drei nach Malaisia verkauften Maschinen. Ich führte zusammen mit Frau Fulvia Locatelli die Ausstellung durch. Das war für mich eine große Ehre und ein großer Vertrauensbeweis der Firma Locatelli Macchine mir gegenüber. Die Messe verlief ohne Probleme und das Interesse der hauptsächlich malayischen und thailändischen Besuchern an den Locatelli Maschinen war sehr groß.

Anschließend besuchten wir gemeinsam die Käuferfirma in Malaysia.

1991 haben wir dann nochmal eine Ausstellung in der Ehemaligen DDR durchgeführt.

Im Haus der Maschinenhandlung HOMASA mit einer OMK 300 + Transfer, einer Miniariete 45 und einer Miniariete 35. Die OMK wurde nicht verkauft, jedoch erhielten wir zwei Aufträge für Miniariete 35 und die Miniariete 45.

Ich habe mich aus Altersgründen mehr und mehr zurückgezogen. Habe aber letztes Jahr noch einen Kunden in Mitteldeutschland, wie heute die ehemalige DDR heißt, überzeugen können, daß er sich für den Kauf einer neuen Miniariete 45 bei Locatelli Macchine entscheiden soll. Es ging um eine Entscheidung zwischen Steinert (ex WEMA), Intorex und eventuell HEMCO (ex HEMPEL) und LOCATELLI MACCHINE. Allerdings arbeitete der Kunde auch schon viele Jahre mit drei Miniariete 35 Maschinen von Locatelli Macchine, die ich ihm auch verkauft hatte.

Während der Tätigkeit als Locatelli Händler, Kundendienst Techniker und „Mädchen für alles“, habe ich ca. 1.500.000 Km zurückgelegt. Zeitweise war ich länger im Erzgebirge als zu Hause und hatte in Olbernhau und Umgebung, mehr „Freunde“ und Bekannte als zu Hause in Hagen. Trotzdem war es eine sehr schöne Zeit, an die ich sehr gerne zurückdenke. Aber alles im Leben hat seine Zeit…

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